Viele Dörfer und Städte in Katar sind seit Jahrzehnten größtenteils unberührt geblieben, während sich die Hauptstadt des Landes in gigantischen Schritten entwickelt hat. Einige Orte wurden im letzten Jahrhundert sogar verlassen und die Ruinen von Häusern, Moscheen und Festungen flüstern Geschichten aus den ereignisreichen Tagen einer alten Nation.

    Wenn ihr eine Reise nach Katar plant und der Hektik von Doha entfliehen möchtet, empfehlen wir einen Abstecher in diese charmanten Dörfer und Städte. Einige dieser Ziele beherbergen sogar beeindruckende historische Wahrzeichen, die ihr sonst nirgendwo finden werdet. Haltet also eure Kameras bereit!

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    Al-Chaur

    Entspannt auf einer Insel oder am Stadtstrand

    Al-Chaur war einst ein berühmtes Zentrum des katarischen Perlenhandels. Die Skyline wird von drei Wachtürmen geprägt, von denen einige in ihrem ursprünglichen Aussehen wiederhergestellt wurden. Ein beliebter Strand Al-Chaurs ist der Al Thakira Beach, an dem ihr in der Sonne entspannen und die leichte Brise genießen könnt. Angeln und Kajakfahren gehören hier zu den beliebtesten Aktivitäten. Wenn ihr etwas mehr Privatsphäre bevorzugt, besucht ihr am besten den Al Farkeeh Beach.

    Naturliebhaber können in den Mangrovenwälder von Al Thakira die malerische Landschaft genießen und Vögel beobachten. Für die beste Sicht auf einzigartige Pflanzen und Vogelarten wie Flamingos empfehlen wir euch eine Kajaktour durch die Mangroven. Nicht entgehen lassen solltet ihr euch die Insel Purple Island, auch Jazirat Bin Ghannam genannt. Hier leben in den Wintermonaten Zugvögel wie Flamingos und Reiher. Etwa 50 Kilometer nördlich von Al-Chaur befinden sich auf dem Gelände der Felsbilder von Al Jassasiya rund 874 Petroglyphen, die Einbuchtungen, Boote, Fußabdrücke und einzigartige Symbole zeigen.

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    Foto von Vincent van Zeijst (CC BY-SA 3.0) bearbeitet

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    Al-Wakrah

    Eine schnell wachsende Stadt Katars

    Al-Wakrah ist genau das, was man sich unter einer typisch arabischen Stadt vorstellt. Trotz der Nähe zu Doha eignet es sich gut für einen Ausflug, um den Schatten der Wolkenkratzer der Hauptstadt eine Weile zu entfliehen. Am Pier findet ihr die Al Wakrah Heritage Village, die euch einen Eindruck vom katarischen Leben im Mittelalter vermittelt.

    Auf eurem Spaziergang durch das das Labyrinth der Gassen und Innenhöfe des Al Wakrah Souq werdet ihr erkennen, welche große Rolle die Fischerei und die Perlenzucht dabei spielten, das kleine Dorf in eine große Hafenstadt zu verwandeln. Überseht hier vor allem nicht die restaurierte Moschee aus dem 17. Jahrhundert und das Al Wakrah Fort. Am Strand könnt ihr das Haus von Scheich Ghanim Bin Abdulrahman Al-Thani besichtigen, ein historisch bedeutsames Bauwerk.

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    Mesaieed

    Paragliden und Dune Bashing in der Wüste

    Mesaieed ist eine kleine Industriestadt zwischen Doha und Al-Wakrah, die wegen ihrem abenteuerlichen Angebot rund um die Sanddünen zu einem immer beliebteren Ausflugsziel in Katar wird. Hier könnt ihr mit einem Geländewagen über die Dünen flitzen, während die Sonne langsam über der Wüste untergeht. Wenn ihr euch nach einem erlebnisreichen Tag schließlich entspannen möchtet, könnt ihr euch ein traditionelles Abendessen bei Kerzenschein und Sternenlicht gönnen, bevor ihr nach Doha zurückkehrt.

    In Anbetracht der geringen Größe und des industriellen Charakters von Mesaieed werdet ihr in der Gegend nicht viele Unterkünfte finden. Katars Hauptstadt liegt jedoch nur 40 Minuten entfernt und viele Reiseveranstalter bieten Tagestouren an, die die Abholung und den Rücktransfer zum Hotel beinhalten. Wir empfehlen euch, eure achtstündige Wüstensafari mindestens 48 Stunden im Voraus zu buchen.

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    Al Zubarah

    Entdeckt gemeinsam ein UNESCO-Weltkulturerbe

    Al Zubarah ist eine der beeindruckendsten ummauerten Städte Katars und seit 2013 ein UNESCO-Weltkulturerbe. Nachdem sie im 18. und 19. Jahrhundert als Handelszentrum florierte, wurde sie im frühen 19. Jahrhundert aufgegeben, als der Perlenhandel an Bedeutung verlor. Glücklicherweise hat der Sand aus der Wüste die Überreste historischer Gebäude wie Palästen, Hofhäusern, Fischerhütten und Moscheen bewahrt.

    Wenn ihr in Al Zubarah seid, solltet ihr euch das nahe gelegene Fort Qal'at Murair nicht entgehen lassen, denn hier könnt ihr die islamische Architektur von ihrer besten Seite bewundern und erfahren, wie die Wasservorkommen der Wüste geschützt und verwaltet wurden.

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    Foto von Steven Byles (CC BY-SA 2.0) bearbeitet

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    Ar-Rayyan

    Wo in Katar Neues auf Altes trifft

    Ar-Rayyan verfügt über ein historisches Zentrum mit intakten Befestigungen und Moscheen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Katars zweitgrößte Stadt verfügt über ausgezeichnete Shoppingmöglichkeiten. Beispielsweise findet ihr in der Wathnan Mall und der Mall of Qatar hochwertige Designerware.

    Im Qatar National Convention Centre finden häufig internationale Konzerte und Konferenzen statt, wobei die Einrichtung zur Qatar Foundation gehört. Auf dem 1.011 Hektar großen Gelände befinden sich das Krankenhaus Sidra Medicine und der Qatar Science & Technology Park. Auch das Arabische Museum für moderne Kunst in ar-Rayyan, Mathaf genannt, ist aufgrund seiner Ausstellungen zeitgenössischer Kunst einen Besuch wert. Das Al Shaqab, das ebenfalls von der Qatar Foundation gegründet wurde, ist ein Reitzentrum, in dem ihr an einer Führung teilnehmen und ergründen könnt, wie die berühmten arabischen Pferde ausgebildet werden.

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    Foto von TravelingOtter (CC BY-SA 2.0) bearbeitet

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    Ruwais

    Entdeckt die mysteriösen Felsbilder von Al Jassasiya

    Ruwais war einst eines der wichtigsten Fischereizentren in Katar, was die historischen Fischerhütten belegen, die euch auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen. Es wird angenommen, dass die gleichnamige Moschee aus dem 17. Jahrhundert die älteste der Nation ist. Neben seinen historischen Strukturen und einem großen Hafen ist Ruwais vor allem wegen der nahe gelegenen Felsbilder von Al Jassasiya ein beliebtes Ausflugsziel.

    Die Felsbilder von Al Jassasiya liegen etwa 20 Minuten von Ruwais entfernt. Die fast 900 Bilder im Kalkstein zeigen Reihen von Einbuchtungen, Schiffe, Rosetten und Fußabdrücke. Während es in ganz Katar Dutzende von Felsbildern gibt, sind die in Al Jassasiya wohl die eindrucksvollsten. Sie sind bis auf das Jahr 1.500 v. Chr. zurückzudatieren!

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    Foto von Alex Sergeev (CC BY-SA 3.0) bearbeitet

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    Chaur al-Udaid

    Durch das Gelände ins Hinterland von Katar

    Chaur al-Udaid liegt direkt an der Grenze zu Saudi-Arabien. Dies ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen das Meer tief in die Wüste vordringt. Zu diesem Naturschutzgebiet in Katar führen keine Straßen, aber es lohnt sich, die Dünen zu überwinden, um sich am ruhigen Wasser zu entspannen.

    Chaur al-Udaid ist größtenteils unbewohnt, wodurch das Ökosystem unberührt gedeihen konnte. Wenn ihr nicht gerade beim Dune Bashing, Schwimmen oder Sonnenbaden seid, solltet ihr Ausschau nach seltenen Tierarten wie Schildkröten und Dugongs halten. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr sogar einen Blick auf den vom Aussterben bedrohten Fischadler erhaschen, der hier auf einer kleinen Insel brütet.

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    Foto von Isabell Schulz (CC BY-SA 2.0) bearbeitet

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    Asch-Schamal

    Besichtigt historische Bauwerke und Festungen verlassener Siedlungen

    • Geschichte
    • Paare

    Dank seiner Fülle an historischen Dörfern, Naturgebieten und archäologischen Stätten wird asch-Schamal bei Touristen immer beliebter. Hier leben nur etwa 5.000 Menschen und seine Lage hat asch-Schamal den Spitznamen „Stadt des Nordens“ eingebracht. Es liegt umgeben vom Persischen Golf und hat viele sandige Küstenabschnitte zu bieten, aber seine verlassenen Siedlungen und Festungen sind die Hauptattraktion.

    Qalaat al Thaqab ist eines der faszinierendsten verlassenen Dörfer von asch-Schamal. Hier könnt ihr nicht nur die Ruinen von Wohnhäusern, sondern auch von Friedhöfen und ummauerten Befestigungen im islamischen Stil erkunden. In der Nähe befindet sich die ikonische archäologische Stätte Al Zubarah, die seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

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    Foto von Alex Sergeev (CC BY-SA 3.0) bearbeitet

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    Umm Salal Mohammed

    Besucht einige der besten Naturschutzgebiete von Katar

    Umm Salal Muhammed liegt nur 10 Kilometer nördlich von Doha und ist eine befestigte Stadt voller historischer Bauwerke und drei geschützter Umweltgebiete. Insgesamt umfassen die Reservate Sunai, Wadi Sultan und Umm Al Amad fast 10 Quadratkilometer. Sie bieten eine reiche Artenvielfalt und ausgedehnte Wüstenlandschaften. Seid ihr Naturliebhaber, werdet ihr euch außerdem freuen, dass in der Region der größte vom Menschen geschaffene Wald der Welt entstehen wird.

    Wenn ihr euch mehr für Geschichte als für Natur interessiert, solltet ihr Sehenswürdigkeiten wie die Barzan Towers aus dem 19. Jahrhundert oder das Umm Salal Muhammed Fort nicht verpassen. In Umm Şalāl 'Alī gibt es außerdem noch prähistorische Begräbnisstätten zu bestaunen, die vermutlich schon über 5.000 Jahre alt sind.

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    Al Jumail

    Entdeckt die Ruinen traditioneller Häuser, Moscheen und Festungen

    Al Jumail ist ein verlassenes Dorf zwischen al-Arisch und ar-Ruwais in der katarischen Gemeinde asch-Shamal. Vor dem wirtschaftlichen Aufschwung in Katar war das Land weitgehend von Perlenzucht und Fischerei abhängig. Als diese obsolet wurden, wurden Küstenstädte wie Al Jamail aufgegeben und hinterließen eine Fundgrube historischer Strukturen, die ihr heute besichtigen könnt.

    Meist sind nur noch die Mauern und Durchgänge der Häuser erhalten, aber man findet hier auch Keramikscherben, Perlen und Haushaltswaren. Das beeindruckendste Bauwerk in Al Jumail ist neben den Festungen das noch erhaltene Minarett der Moschee. Falls ihr von der Erkundung der Ruinen der Stadt dann langsam erschöpft seid, könnt ihr zum weißen Sandstrand gehen, um die Beine ein wenig hochzulegen.

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    Foto von Alex Sergeev (CC BY-SA 3.0) bearbeitet

    Joshua Saunders | Freier Autor

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